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Als Gründungstag gilt der 06.04.1926. Da die offizielle Urkunde vermutlich in den Wirren des 2. Weltkrieges verloren ging, konnte nur eine Beitragsabrechnung von dem Jahre 1926 und ein Bittbrief an die damalige Brandversicherungsanstalt Cassel vom 4. Juni 1926 über das Geschehen der ersten Stunden Kunde geben.

Es gilt als ziemlich sicher, dass die 62 Kameraden schon in der Pflichtwehr, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, Dienst und Schutz am Nächsten praktizierten. Ortsbrandmeister Heinrich Großenbach und Bürgermeister Heinrich Orth sicherten durch kluges Wirken und Verhandlungsgeschick mit der Obrigkeit einen langsamen, aber stetigen Aufwärtstrend der jungen Wehr. So konnte schon am 31.07.1929 das Feuerwehrgerätehaus mit einer groß angelegten Schauübung und der Anwesenheit der Lokalprominenz eingeweiht werden. Alle Wehren des Feuerwehrbezirkes 3 Asbach und der Steigerzug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hersfeld waren in diese Aufgabenstellung eingebunden.

Aus diesen Tagen kann der Volksmund von einer amüsanten Begebenheit berichten. Im Zuge des Löschangriffes sollte die neue fahrbare Schiebleiter Marke „Blitz“ der Hersfelder Wehr erprobt werden. Zugführer Franz Otto erklomm hurtig die Sprossen des Testobjektes, doch seinem Befehl "Wasser marsch" müssen seine Mannen etwas zu hastig nachgekommen sein, der ankommende Wasserdruck versetzte der Leiter einen Linksdrall, so dass der tapfere Feuerwehrmann auf den Dachboden des Nachbarhauses Dietrich Schwalm geschleudert wurde. Auch die Wehr Asbach verfügte über Jahrzehnte über eine fahrbare Schiebeleiter derselben Bauart. Wenn auch das Jahr ihrer Indienststellung nicht ermittelt werden konnte, so ist jedoch Fakt, dass sie erst 1972 zu Gunsten der vierteiligen Steckleiter aus dem Übungsgeschehen genommen wurde. Die Steckleiter ließ sich eben 1. bei dichter Bebauung und 2. als Bergungshilfe sprich: Bockleiter und Leiterhebel optimaler einsetzen.

Von 1929 bis 1940 führte Ortsbrandmeister Philipp Stuckhardt die Asbacher Wehr. In seiner Wirkungszeit wurde, neben dem Gerätehausbau, die erste Tragkraftspritze "Meyer Hagen" angeschafft.

1940 wählte die Generalversammlung Jakob Kircher zum Ortsbrandmeister. Er begleitete dieses Amt bis zur zeitweiligen Auflösung der Feuerwehr März 1945 mit seiner bescheidenen Lebensart recht gut.

Da aus dieser Zeit weder Bild noch Schriftmaterial zur Verfügung steht, hat der Chronist mit Zeitzeugen gesprochen und zeichnet für folgende Darstellung verantwortlich. Während des Krieges war der Übungsdienst durch das  Einrücken vieler Feuerwehrkameraden zur Wehrmacht stark eingeschränkt. Die Verantwortung des Brandschutzes oblag den wenigen Mannen um Ortsbrandmeister Jakob Kircher. Einmal im Jahr setzte die Kreisverwaltung eine zentrale Übung in Hersfeld durch (im Zuge der NS Gleichschaltung, Feuerwehr = Luftschutzabteilung). Alle Wehren mussten mit ihren Löschtrupps erscheinen, um simulierte Brände zu bekämpfen und Menschenrettung zu üben. Dessen ungeachtet rief Ortsbrandmeister Kircher von Zeit zu Zeit seine Mannen zu einer kleinen Übung. Jeder musste die Tragkraftspritze anwerfen und Schlauchmaterial auswerfen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

In den Nachtstunden des 01.04.1943 gab es in Asbach Alarm. Alliierte Tiefflieger beschossen einige Anwesen in der Alsfelderstraße und setzten die Scheune von Wilhelm Trelle in Brand. Da zeigte sich, was die Kameraden erarbeitet hatten. So konnte damals das Feuer sehr gut bekämpft werden.

Wir schreiben den 28. März 1945. Ein Transportzug steht wartend auf den Gleisanlagen oberhalb des Asbacher Bahnhofsgebäudes.

Da erscheinen die beiden legendären Jagdbomber "Max und Moritz" der US Air Force und nehmen den Zug unter Beschuss. Die Detonation der in den Waggons gelagerten Munition machte eine Hilfeleistung seitens der Feuerwehr fast unmöglich. Dessen ungeachtet versuchten einige beherzte Kameraden und Bürger das Schlimmste zu verhindern. Von der Asbach, nahe des Gerätehauses, legten sie eine Löschwasserleitung zu diversen Anwesen an der Nordseite der Alsfelderstraße, um aus der Deckung heraus einige Brände abzulöschen. Häufiger Stellungswechsel und herumfliegende Granatsplitter setzten den Hanfdruckschläuchen derart zu, dass schließlich auch diese bescheidenen Löschversuche abgebrochen wurden. Ferner zollt den Angehörigen des Bahnbetriebsamtes Hersfeld Respekt, welche unter Lebensgefahr intakte Waggons vom Zug abkoppelten und in Sicherheit brachten, so konnte noch größerer Schaden abgewendet werden.

In der Nacht vom 29. zum 30. März  hatte die Wehr einen etwas ungewöhnlichen Einsatz zu verzeichnen. Nahezu sechs Stunden pumpte die treue "Meyer Hagen" unverdrossen Wasser in den defekten Tender einer Dampflok, welche aus Niederaula kommend auf dem "Notgleis" in Höhe des ehemaligen Sägewerks zu Schaden kam.

Durch Kampfhandlung zwischen den Panzerspitzen der 4. US Panzer Division und einer deutschen Abwehrgruppe am 30. März geriet Wehr und Ort nochmals in große Bedrängnis. Tatkräftige Unterstützung bei den oben genannten Aktivitäten und dem Verlegen von liegenden Kranken in den Bunker des Schirngraben erfuhren die Mannen um Ortsbrandmeister Kircher von den Mitgliedern der Hitlerjugend. Insgesamt fielen in den letzten Märztagen 1945 insgesamt 76 Gebäude, darunter 24 Wohnhäuser den Flammen zum Opfer.

Da die Freiwilligen Feuerwehren im so genannten „Tausendjährigen Reich“ der Feuerschutzpolizei zugeordnet waren und als staatliches Organ dem Reichsministerium der Luftwaffe unterstanden, wurden sie zunächst von den Amerikaner verboten. Doch ein Erlass der alliierten Militärregierung vom 5. Oktober 1945, welcher ein Vereinsleben ohne politischen Charakter zuließ, und die Umstrukturierung der Feuerwehren in ein wichtiges Instrument der kommunalen Selbstverwaltung, machte den Weg zu einem Wiederanfang frei.

Mit dem Ersteigen aus der Asche war es jedoch nicht getan. Immense Aufgaben mussten von den Aktiven und der Gemeinde bewältigt werden. 80% des Schlauchmateriales war in den Ostertagen unbrauchbar geworden. Auch eine lädierte Tragkraftspritze stand negativ zu Buche. Kamerad Karl Leimbach konnte sie in geduldiger Kleinarbeit immer wieder einsatzbereit halten. Bei einem Löscheinsatz im Laufholz 1963 mussten wir dennoch von ihr Abschied nehmen. In den Kameraden Valentin König (1945‑49), Adam Wurmnest (1949‑64), Heinrich Seitz (1964‑72) erwuchsen in der Folgezeit der Asbacher Wehr 3 fachkompetente Ortsbrandmeister bzw. Vereinsvorsitzende.

Im Jahre 1949 wurden die Feuerwehrbezirke im Landkreis Hersfeld neu geordnet. Die Verantwortung über dem Brandschutz im Bezirk 3 "Asbach", welcher die Gemeinden Asbach mit Eichmühle, Kohlhausen, Beiershausen, Hilperhausen und Kerspenhausen mit  Roßbach umfasste, wurde dem Ortsbrandmeister Valentin König von 1949 - 1972 übertragen. Im Einvernehmen mit den damaligen Kreisbrandinspektoren Otto Bolz und Herbert Glöckner trieben sie hier die Schulung der aktiven Feuerwehrkameraden unermüdlich voran. Immer öfters konnten sie zu Grund-, Zugführer-, Maschinisten- und Atemschutzgeräteträgerlehrgängen auf Kreisebene oder zur Landesfeuerwehrschule entsandt werden. Der Tatsache, dass die "Technische Hilfeleistung" gegenüber der „Brandbekämpfung“ an Gewichtigkeit zunahm, wurde dadurch zeitig Rechnung getragen.

Die im Februar 1964 aufgestellte Wettkampfgruppe war ein wichtiger Beitrag zu den oben genannten Schulungsinitiativen. Um den Übungsdienst noch optimaler zu gestalten, entschied sich die Wehrführung zur Bildung von 3 Löschgruppen, welche jeweils nach den gewählten Gruppenführer benannt wurden. Beim Hochwassereinsatz in Bad Hersfeld 1956, dem Waldbrand in Laufholz 1963, dem Scheunenbrand Konrad Nuhn 1951, dem Sägewerkbrand 1967 wurden die Asbacher Floriansjünger mit dem realen Einsatzverhalten konfrontiert. Große Beachtung schenkte man der Bürgernähe zur Feuerwehr in der Gemeinde. Nur so konnte die nachhaltige Resonanz beim 50. und 60. Jahrestag und den diversen Veranstaltungen, wie Bezirksfeste, Herbstabschlussübungen, Tag der offenen Tür etc. wirksam werden.

Nicht zuletzt ist die Wehr auch den Gemeindevertretungen unter Vorsitz der Bürgermeister Johannes Seitz und Valentin Steinbock zu Dank verpflichtet; hatte sie für die Belange der Feuerwehr immer ein offenes Ohr. So wurde der Uniformbestand, die Einsatzkleidung und das technische Gerät der jeweiligen Anforderung und versicherungstechnischen Auflagen angepasst. Der Entschluss zum Kauf eines LF 8 stellte an die damals selbständige Gemeinde eine große Herausforderung, jedoch im Angesicht der Eingliederung in die Stadt Bad Hersfeld kam es auf ein paar mehr Schulden nun auch nicht an. Als ein eindruckvolles Beispiel "Praktischen Mannschaftsgeist“ ist die Errichtung des Gerätehausanbaues für das LF 8 in Frühjahr 1972 zu sehen. Gerhard Wettlaufers Bauerfahrung war eine der Stützen bei dem vom Hand- u Spanndienst geprägten Objekt. Auch ein erfolgreicher Spendenaufruf für 3 Elektrotauchpumpen im Sommer 1993 als Ausdruck optimaler Bürgernähe sollte nicht unerwähnt bleiben.

Am 01.01.1972 wurde die Feuerwehr Asbach in Folge der Gebietsreform in eine Stadtteilwehr der Stadt Bad Hersfeld umgewandelt. Aus dem Ortsbrandmeister wurde der Wehrführer. Die eigene Vereinsführung jedoch blieb bei dieser Umstrukturierung unbeschnitten. Die Stadtteilwehr Asbach wurde daher auch in die Pflicht genommen. Neben den zentralen Alarmübungen wurden die Mitglieder der Einsatzabteilung zum Brandsicherheitsdienst in der Stiftsruine beordert. Ein harmonisches Zusammenwirken mit den Kameraden der Kernstadtwehr und den sieben neuen Stadtteilen war dem Kommando unter Vorsitz von Wehrführer Heinrich Seitz und seinem Stellvertreter Gerhard Wettlaufer dringlichstes Gebot.

Als besonderer Höhepunkt ist aus dieser Zeit der Delegiertentag des Kurhessisch Waldeckschen Feuerwehrverbandes in der Mehrzweckhalle des Stadtteiles Asbach zu erwähnen, an dem neben dem damaligen Hessischen Innenminister Eckehardt Gries, der mit einem Hubschrauber in unmittelbarer Nähe der Mehrzweckhalle landete, auch der Landesvorsitzende des Hessischen Feuerwehrverbandes Wilfried Köbler teilnahm. Die Versammlung wurde von Justus Icke als Vorsitzender des Bezirksverbandes geleitet.

Gerhard Wettlaufer stellte sich in der Folgezeit verschiedenen Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule in Kassel. Anfang 1984 wurde er mit der Wehrführung und dem Vorsitz des Vereins Feuerwehr Asbach betraut. Dieses Amt hatte er bis Januar 1993 inne. In dieser Zeit wurde die Ausbildung weiter forciert und der Umbau des Gerätehauses durchgeführt. Dabei wurde die Wohnung die sich im 1. Obergeschoß befand zu einem Schulungsraum umgebaut und eine Ölheizung eingebaut, ebenso wurde die Außenanlagen mit einem Grillplatz hergerichtet. Am 16.01.1993 wurde er von den Aktiven der Feuerwehren der Kreisstadt Bad Hersfeld zum Stadtbrandinspektor gewählt. Schweren Herzens mußte er jedoch nach 8 Jahren dieses Ehrenamt, mit dem er mit jeder Phase seiner Seele verwurzelt war, aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Auf der Jahreshauptversammlung Februar 2001 wurde er von seinen Kameraden und Mitstreitern mit stehender Ovation verabschiedet.

Nachdem Gerhard Wettlaufer 1993 zum Stadtbrandinspektor gewählt wurde, wählten die Mitglieder der Wehr Asbach 1993 seinen bisherigen Stellvertreter Hans-Georg Vierheller zum Wehrführer und 1. Vorsitzenden. 

Die 1990 mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzungen-Mitte eingegangene Partnerschaft gilt seiner besonderen Aufmerksamkeit. Am 4. November 2000 trafen sich daher die Floriansjünger beider Wehren nebst Angehörigen zur 10. Jahrestagsfeier in der Asbacher Mehrzweckhalle. Das 25-Jährige Jubiläum feiertern beide Wehren gemeinsam am Wochenende des 3. Oktober 2015 in Bad Salzungen.

2001 wurde das 75-Jährige Jubiläum der Feuerwehr Asbach mit einen Tag der offenen Tür am und um das Feuerwehrgerätehaus im Bachweg gebührend gefeiert. 15 Jahre später, vom 27.-29. Mai 2016 fand das 90-Jährige Jubiläum der Feuerwehr Asbach rund um den Schulhof statt (siehe detaillierten Bericht unter Rubrik "News").